1. Allgemeiner Kontext: Massive und strukturelle Armut
Die Ausgangssituation ist bereits kritisch:
• Etwa 70 % der Bevölkerung der DR Kongo leben in Armut
• Mehr als 64 Millionen Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze
• In Kinshasa, trotz seines Status als Hauptstadt, leben über 60 % der Bevölkerung in Armut
👉 Direkte Folge:
Ein großer Teil der Jugendlichen wächst in einem Umfeld ständiger Entbehrung auf.
2. Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen
a) Mehrdimensionale Armut bei Kindern und Jugendlichen
• 74,6 % der Kinder in der DR Kongo leben in mehrdimensionaler Armut Das bedeutet:
• mangelnder Zugang zu Bildung
• eingeschränkter Zugang zu Gesundheitsversorgung
• Unterernährung
• prekäre Lebensbedingungen
b) Zugang zu Bildung: eine große Herausforderung
• Niedrige Abschlussquote in der Sekundarstufe (ca. 50–60 %) • Nur eine Minderheit erreicht die Hochschulbildung
👉 Zentrales Problem:
Der Schulbesuch garantiert kein Lernen.
• 97 % der Kinder haben mit 10 Jahren Schwierigkeiten beim Lesen
c) Soziale Folgen
• hohe Jugendarbeitslosigkeit
• Dominanz des informellen Sektors • erhöhte Risiken:
- Kriminalität
- Ausbeutung
- Prostitution
- soziale Ausgrenzung
👉 Studien zeigen:
Benachteiligte Jugendliche erleben eine starke soziale und wirtschaftliche Ausgrenzung.
3. Jugendliche mit Behinderung
a) Sehr eingeschränkter Zugang zu Bildung
• Bis zu 45 % der Kinder mit körperlicher Behinderung sind nicht eingeschult
• Bis zu 75 % der Kinder mit geistiger Behinderung besuchen keine Schule
👉 Vergleich:
Sie sind deutlich stärker ausgeschlossen als andere Kinder.
b) Diskriminierung und Marginalisierung
Jugendliche mit Behinderung sind konfrontiert mit:
• sozialer Stigmatisierung
• familiärer oder gesellschaftlicher Ablehnung
• geringem Zugang zum Arbeitsmarkt
• fehlender angepasster Infrastruktur
👉 Sie sind häufig doppelt benachteiligt:
• durch Armut
• durch ihre Behinderung
c) Geringe berufliche Integration
Selbst mit Ausbildung haben sie Schwierigkeiten:
• begrenzte Beschäftigungsmöglichkeiten
• Diskriminierung am Arbeitsmarkt
• Mangel an inklusiven Programmen
4. Querschnittliche Herausforderungen Beide Zielgruppen stehen vor gemeinsamen Problemen:
1. Finanzielle Barrieren
• Bildung ist indirekt kostenpflichtig
• Familien können die Kosten oft nicht tragen
2. Mangelnde Infrastruktur
• überfüllte Schulen
• fehlende angepasste Ausstattung (insbesondere für Behinderte)
3. Unzureichende Begleitung
• fehlende Berufsorientierung
• mangelndes Mentoring
4. Sozialer Druck
• Schulabbrüche
• Frühverheiratung (bei Mädchen)
• familiäre Verantwortung in jungen Jahren
5. Wirkungsmöglichkeiten
Hier wird ein Projekt wie ELIKYA strategisch entscheidend:
1. Qualitativ hochwertige Bildung • Nachhilfe
• Alphabetisierung
• berufliche Ausbildung
2. Inklusion von Menschen mit Behinderung • angepasste Bildungssysteme
• spezialisierte Begleitung
• Sensibilisierung der Gemeinschaft
3. Orientierung und Integration
• Coaching
• Berufsbildung
• Förderung von Unternehmertum
4. Psychosoziale Unterstützung
• Stärkung des Selbstwertgefühls
• individuelle Begleitung
Gesamtanalyse
👉 In Kinshasa:
• Die Jugend ist zahlreich, aber verwundbar
• Das Potenzial ist enorm
• Die Chancen sind begrenzt
💥 Schlussfolgerung:
Bildung bleibt der wichtigste Hebel für nachhaltige Veränderung.
Zentrale Botschaft für Partner
👉 In diese Jugendlichen zu investieren bedeutet nicht, Hilfe zu leisten... sondern ein strategisches Potenzial für die gesamte Gesellschaft freizusetzen.
Zusammenfassung:
In Kinshasa sieht sich ein großer Teil der Jugendlichen aus benachteiligten Verhältnissen sowie der Jugendlichen mit Behinderung mit einer Kombination aus Armut, eingeschränktem Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung und sozialer Ausgrenzung konfrontiert.
Trotz ihres Potenzials bleiben diese Jugendlichen weitgehend marginalisiert und haben nur begrenzte Möglichkeiten zur beruflichen Integration.
Verfasser: Prof. Theophile Ebengo / Kinshasa DR Kongo

